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23.2.2013 von Dominic Dapré

Auf die Größe kommt’s nicht an

 

Um fünf Uhr morgens steht man nur mit gutem Grund auf. Für 22 Mitglieder des MEC Bregenz bot die Faszination Modellbahn in Sinsheim Anlass genug, sich auf die Socken zu machen. In aller Dunkelheit per Hehle-Autobus vom Bregenzer Bahnhof gestartet, war schnell vergessen, dass die Fahrt dreieinhalb Stunden dauert: Ein Zwischenstopp bei Spiegelei mit Speck oder wahlweise Rührei und Leberkäse vertröstete auch gröbste Morgenmuffel.

Im verschneiten Sinsheim angekommen wurde die Spannung schließlich greifbar: Wie präsentiert sich die Messe dieses Jahr? Mittlerweile verteilen sich die Faszination Modellbau-Veranstaltungen auf mehrere Örtlichkeiten. Das Konzept geht auf: Ist die erste Hürde der Kartenkontrolle geschafft, eröffnet sich dem geneigten Fan eine riesige Welt – ganz reserviert für die Modellbahn. Ein buntes Nebeneinander von Ausstellungsanlagen, Börsenständen, Echtdampfmodellen und sogar Filmvorführungen lässt erst gar keine Langeweile aufkommen. Aber was wäre ein Messeurteil des MEC Bregenz ohne tiefschürfende Begutachtung und Verkostung der Küche? Zumindest anhand dessen, was vom Küchenbetrieb sichtbar ist, lässt sich festhalten: Das Team leistet wirklich großartige Arbeit. Freundlich und vor allem (angesichts des gewaltigen Besucherandrangs besonders erwähnenswert) schnell gehen Schnitzel, Fleischlaibchen und andere herzhafte Köstlichkeiten über den Tresen.

Sinsheim hat sie alle unter einem Dach: Kleinserien-Hersteller, Software-Entwickler, Technikspezialisten, Vereine und vor allem eingefleischte Modellbahner. Das macht die Messe, so klein und fein sie auch ist, doch zum Genuss. Vom Conrad-Weichenantrieb bis zur detaillierten Streckennachbildung von Seattle hatte das Modellbahnerherz Grund genug, Luftsprünge zu machen. Zwischendurch flankiert von freudig an ihren Vätern zerrenden Kindern, war auch das Platzangebot trotz der Menschenmengen erstaunlich weitläufig: Mit „Eine Halle – ein Thema – großes Angebot“ scheinen die Sinsheimer die optimale Mixtur gefunden zu haben.

Um zu einer halbwegs humanen Zeit wieder in der Heimat zu landen, wurde der Abfahrttermin auf 16:30 Uhr gelegt – für einige nicht genug, die inklusive Essen nur knapp die gesamte Halle durchqueren konnten. Das wiederum wunderte die leichtfüßige Gruppe derer, die mehrmals die Runde gemacht hatten. Für alle war das Fazit aber dasselbe: Eine gelungene Messe hängt nicht unbedingt von der Anzahl der Hallen ab. Es kommt eben nicht immer auf die Größe an.

Bilder vom Messebesuch gibt's hier